Die Geschichte des Tutzinger Rudervereins

Vor fast 34 Jahren wurde der Tutzinger Ruderverein gegründet. Von den Anfängen bis zum aktuellen Zeitpunkt des TRV wird hier die Entwicklung des Vereins erzählt.

 
Ruderregatte 1983 in Berlin

Die Zeit von 1983 bis 1993.

Gründungsmitglied Toni Aigner erinnert sich zum 10jährigen Jubiläum:

Es war schon eine eigenartige Gründungsversammlung am 18.April 1983   im Cafe Lidl am See. Normalerweise trifft sich bei so einem Anlass eine kleine   friedliche Gruppe, die froh ist, wenn sich jemand findet, der den Vorsitz und die Arbeit übernimmt.

Diesmal gab es sogar zwei Aspiranten für dieses Amt, Heinz Busch, der eingeladen und die Vorgespräche geführt hatte und Helmut Kemske, der sich dann an der Spitze einer Gruppe junger Leute in einer Kampfabstimmung durchsetzte.   Auch bei der Besetzung der übrigen Vorstandsämter gab es mehrere Kandidaten.   Diese Gründungsturbulenzen waren in den ersten Jahren des Vereins auch noch spürbar. Aber voller Elan wurde das Werk des Vereinsaufbaus angegangen. Schnell fanden sich Clubs wie die benachbarten Starnberger und Münchener Rudervereine und die Frankfurter Rudergesellschaft Oberrad, die uns Boote kostenlos oder sehr billig zur Verfügung stellten. Und schon begann ein intensiver Ruderbetrieb am Platz neben der Hütte der Wasserwacht, den uns die Gemeinde zur Verfügung gestellt hatte. Der schöne 83er Sommer trug auch das seine dazu bei.

Anfang August fand das erste große Ereignis des jungen Vereins, eine Bootstaufe, statt. Bei herrlichem Wetter, das übrigens allen Veranstaltungen des Vereins treu blieb, fand diese im Hof des Cafe Lidl großen Anklang. Zwei Vierer   besetzt mit jungen Ruderern in neuen Vereinstrikots, boten ein farbenfrohes Bild. Die Frau Bürgermeister taufte das erste vereinseigene Boot auf den Namen „Tutzing“. Inzwischen liefen die Planungen für ein eigenes Bootshaus auf vollen Touren. Vorerst galt es einen Platz zu finden. Grundstücke im Kustermannpark, neben dem Yachtclub und schließlich hinter dem Südbad wurden von der Gemeinde angeboten, besichtigt und in Erwägung gezogen. Als man sich auf Vorschlag des damaligen Sportausschussvorsitzenden Erhardt für letzteres entschied, ging es Schlag auf Schlag. Heribert Schwanitz, der damalige 2.Vorsitzende, erwarb von der Bundeswehr zwei ausgemusterte Feldhäuser und los ging’s.

Der Moorboden musste erst befestigt werden, dann konnten die Häuser aufgestellt werden. Monatelang wurde im Frühjahr 1984 nicht gerudert, sondern in beispielhaftem Einsatz gearbeitet und gewerkelt. Am 22.September 1984 war es dann soweit: Die Weihe des Bootshauses und die Taufe einiger Boote konnte vorgenommen werden. Es sei „einmalig in der Geschichte des Deutschen   Ruderverbandes, dass ein Verein schon ein Jahr nach seiner Gründung schon in der Lage sei, ein aus eigener Kraft erstelltes Bootshaus zu beziehen“ erklärte der Festredner, der Präsident des Bayerischen Ruderverbandes. Die Boote konnten nun endgültig fachgerecht gelagert und gewartet werden. Auch ein Clubraum wurde geschaffen, dessen Einrichtung eine Brauerei für einen   Getränkeliefervertrag stellte. Im Sommer bauten die Mitglieder einen Schwimmsteg. Einige junge Tutzinger Ruderer nahmen schon an regionalen Regatten teil und schnitten ganz gut ab.

Auch das Wanderrudern wird gepflegt durch enge Verbindungen zu weiter entfernten Vereinen wie dem Berliner Ruderclub „Waidmannslust“, dem „Vegesacker Ruderverein“ Bremen und dem „Ruderverein Plaue“. Seit den Wahlen von 1986 führt Heribert Schwanitz den TRV als 1.Vorsitzender. Der Mitgliederbestand hat sich bei einer Zahl von knapp 100 Mitgliedern eingependelt. Davon sind die Hälfte aktive Ruderer und von diesen wiederum 80% Jugendliche. Der Bootsbestand konnte durch Umlagen, großzügige Spenden und Eigenmittel beachtlich aufgestockt werden. Das Vereinshaus wurde in verschiedenen Etappen ausgebaut und verschönert. Pfundige Feste wurden gefeiert. Ein Kraftraum für die Leistungssportler zum Üben in der kalten Jahreszeit wurde eingerichtet. Aus dem eigenen Nachwuchs  ging schon ein Stamm von Übungsleitern hervor, der sich seinerseits um die Jugend und den Trainingsbetrieb kümmert. Es ist schon imponierend, was da in den vergangenen 10 Jahren entstanden ist. In der Geburtsstunde des Vereins wurde diskutiert, ob man sich etwas elitär „Club“ nennen soll oder weniger anspruchsvoll „Verein“. Den Ausschlag gab das Argument eines Youngsters, man würde im allgemeinen von einem „lustigen Verein“ sprechen, aber kaum von einem „lustigen Club“. Die getroffene Entscheidung war richtig. Der TRV ist ein Verein, bei dem die Jugend dominiert. Unter der Führung einiger „alter Hasen“ bilden Jung und Alt eine zünftige, sportliche Gemeinschaft, die im Tutzinger Sportleben einen beachtlichen Platz eingenommen hat.

~ Toni Aigner

Die Zeit von 1993 bis 2000.

Heribert Schwanitz, 1. Vorsitzender von 1986 bis 1998 und Ehrenvorsitzender   des TRV berichtet:

Nach den ersten 10 Jahren des TRV beginnt eine Phase der Konsolidierung. Der Mitgliederbestand hat sich auf ca. 100 eingependelt, die Teilnahme an Regatten ist schon fast zur Routine geworden, unsere Sportler kamen mit Sieg und Platz stolz zurück. Im September 1993 hat der TRV bundesweit ein Wanderrudertreffen ausgeschrieben. 169 Ruderer aus Nah und Fern folgten dem Ruf und waren begeistert. ( Zufällig fand zur gleichen Zeit das Münchener Oktoberfest statt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…) Das neue Jahr 1994 begann mit der Jahreshauptversammlung (JHV), es folgten Anrudern, das Sommerfest mit Bootstaufen, Abrudern und die Weihnachtsfeier. Die Ruderer ließen dieses Jahr ohne besondere Höhepunkte vorbeiziehen.

Dank großherziger Unterstützung eines Vereinsmitgliedes konnte jetzt im Jahr 1995 der Neubau des Maroden alten Steges in Auftrag gegeben werden. Die Öffentlichkeitsarbeit kam in professionelle Hände, neue Sponsoren wurden gesucht und gefunden, den TRV zu unterstützen. Diese positive Entwicklung war dringend nötig: Das Vereinsheim aus Bundeswehrbaracken zeigte schwerwiegende Schäden, die nicht mehr zu reparieren waren. Zudem fehlten seit jeher sanitäre Anlagen, das Bootshaus war zu klein und der Regen kam aus allen Richtungen in unser Haus. Das Jahr 1995 schloss mit der positiven Bilanz ab: 4 Bayerische Juniorenmeister kamen vom TRV, die Aktion „Rund um den See“ (= 45km!) verzeichnete 48 Umrundungen mit den dafür ausgelobten Prämien. Zu Beginn des Jahres 1996 mussten konkrete Beschlüsse zum Neubau und der Finanzierung gefasst werden, da der Zustand der alten Baracke besorgniserregend war. In der JHV 1996 kam der Beschluss, den erforderlichen Neubau über eine Umlage zu finanzieren. Zuschussanträge beim BLSV, dem Landratsamt Starnberg und er Gemeinde sind weitgehend positiv entschieden worden, sodass wir für 1997/1998 konkret an den Neubau eines Vereinsheimes herantreten konnten. Leider mussten wir im September 1997 durch die plötzliche Erkrankung des bisherigen 1.Vorsitzenden mitten in der Neubau-Planung einen neuen 1.Vorsitzenden wählen.


Anfang 1998 waren die Finanzierung und die Bauvorbereitung weitgehend unter Dach und Fach, sodass im Spätjahr 1998 die alten Baracken des TRV abgebrochen werden konnten. Anfang 1999 begann dann zügig der gut vorbereitete Neubau des TRV-Vereinsgebäudes. Heute stellen wir mit einem zweckmäßig und gut ausgestatteten Ruderzentrum beim Südbad in Tutzing einen stolzen Erfolg unserer bisherigen Arbeit vor.

~ Heribert Schwanitz

Geschichte des TRV
Ruderregatte 1983 in Berlin

Weitere Berichte für die Zeit von 2000 bis heute folgen…